Ende November haben wir uns im Team einige Tage Zeit genommen, um eine Frage gründlicher zu beantworten, die uns seit dem Sommer begleitet: Was soll aus der Shift-Plattform werden, wenn sie mehr sein soll als ein Ort für Konferenzen und deren Aufzeichnungen? Das Ergebnis ist ein Zielbild. Es ist kein fertiger Plan und erst recht kein fertiges Produkt, aber es gibt die Richtung vor, in die wir in den nächsten Monaten arbeiten wollen.
Was wir seit dem Sommer ausprobiert haben
Im Juli haben wir hier beschrieben, warum uns eine Mediathek allein nicht mehr reicht (KI im Kundenservice und warum eine Mediathek allein nicht reicht). Wer mit einer konkreten Frage aus dem eigenen Projekt kommt, muss sich heute durch viele Stunden Material arbeiten. Seit September haben wir deshalb erste Versuche mit einem Assistenten und mit einer semantischen Suche gemacht. Gemeint ist eine Suche, die nicht nur nach exakten Begriffen sucht, sondern nach der Bedeutung einer Frage und dazu passende Stellen im Bestand findet.
Die Idee dahinter ist nicht neu. In der Forschung wird seit einigen Jahren beschrieben, wie Sprachmodelle vor einer Antwort passende Textstellen aus einem Wissensbestand heranziehen (Lewis et al. zu Retrieval-Augmented Generation). Was wir dabei gelernt haben, ist vor allem eines: Die Qualität hängt weniger an der Technik als an der Aufbereitung der Inhalte. Ein Mitschnitt ohne Transkript, ohne Gliederung und ohne Einordnung bleibt auch für eine gute Suche schwer zugänglich. Das sind Experimente, kein Angebot, und so wird es auch noch eine Weile bleiben.
Unser Zielbild für die Shift-Plattformen
Aus diesen Erfahrungen ist das Zielbild entstanden. Wir möchten die Plattform Schritt für Schritt zu einem Ort entwickeln, an dem das Wissen aus unseren Veranstaltungen gezielt gefunden, vertieft und diskutiert werden kann. Dazu gehören aus heutiger Sicht diese Bausteine:
- Transkripte zu den Sessions, damit das gesprochene Wort durchsuchbar wird
- eine intelligente Suche, die Fragen versteht und zu den passenden Stellen führt
- Lernpfade, die Inhalte zu einem Thema in eine sinnvolle Reihenfolge bringen
- ein Bereich für Fragen und Antworten, in dem Mitglieder voneinander lernen
- eine Mitgliedschaft mit einem frei zugänglichen Grundangebot und erweiterten Möglichkeiten für alle, die tiefer einsteigen möchten (das sogenannte Freemium-Modell)
Ein Gedanke steckt zwischen den Zeilen, und er ist uns besonders wichtig. Bisher bucht man bei uns vor allem einzelne Veranstaltungen. Künftig soll daraus eine Beziehung werden, die über das Jahr trägt, weil man auf der Plattform auch zwischen den Terminen etwas für die eigene Arbeit findet. Dass sich Lernen in Unternehmen in diese Richtung verschiebt, diskutieren wir auf der Shift/HR schon länger (Lernen & Talent-Entwicklung im Wandel).
Warum wir dafür neu bauen
Unsere jetzige Plattform haben wir 2020 für digitale Veranstaltungen aufgebaut und seitdem immer wieder erweitert, zuletzt mit dem Relaunch 2023 und den überarbeiteten Info-Seiten der Mediathek (siehe „Was nach der Session bleibt: warum Event und Mediathek zusammengehören“). Sie hat uns durch vier Jahre Konferenzbetrieb getragen. Für das Zielbild braucht es aber eine Oberfläche, die Inhalte, Profile und Austausch an einem Ort zusammenführt. Deshalb beginnen wir in diesen Wochen mit dem Neubau.
Wie lange das dauert, können wir heute nicht seriös sagen. Wir werden berichten, wenn es etwas zu zeigen gibt.
Was gleich bleibt
Die Veranstaltungen bleiben der Kern. Aus ihnen kommen die Themen, die Erfahrungen und die Menschen, ohne die eine Wissensplattform leer wäre. Am 11. Dezember schließen wir das Jahr mit den Shift/CX Trends 2025 ab. Worum es dort gehen wird, zeigen unsere letzten Beiträge im Shift/CX-Blog, etwa zu den fünf zentralen Themen für das CX Management 2025 oder zur Frage, warum wir über hybride Ansätze und Agentic AI sprechen müssen.
Auch unsere Partner aus Beratung und Lösungsanbietern bleiben ein fester Teil dieser Entwicklung. Mit vielen von ihnen entwickeln wir die Themen seit Jahren gemeinsam. Eine Plattform, die über den Konferenztag hinaus trägt, gibt diesem Austausch mehr Raum.
Wir sind mit dem Zielbild noch lange nicht am Ziel, und manches wird sich auf dem Weg ändern. Gerade deshalb interessiert uns, was Euch in Eurer Arbeit helfen würde. Schreibt uns, welche Fragen Ihr gern schneller beantwortet hättet. Und danke an alle, die in diesem Jahr mit Vorträgen, Fragen und Rückmeldungen dazu beigetragen haben, dass wir überhaupt so weit denken können.
