Vergangene Woche haben wir auf allen fünf Shift-Plattformen die Assessments freigeschaltet. Sie sind eine Beta, und wir haben sie bewusst früh geöffnet. Was eine solche Funktion im Alltag von Fachverantwortlichen taugt, lässt sich nicht am Schreibtisch herausfinden, sondern nur, wenn Menschen sie mit ihren echten Vorhaben ausprobieren. Hier beschreiben wir, was seitdem möglich ist.
Eine Standortbestimmung zum eigenen Vorhaben
Ein Assessment ist eine geführte Standortbestimmung zu einem Transformationsthema. Man wählt ein Thema, ordnet sich mit drei kurzen Angaben ein und beschreibt dann im Dialog die eigene Situation, in eigenen Worten und ohne dass es dafür IT-Kenntnisse braucht. Die Rückfragen orientieren sich an einem Fachmodell, das wir je Thema redaktionell erarbeitet haben und das festlegt, welche Aspekte ein Thema ausmachen und wie sie zusammenhängen.
Am Ende steht ein Ergebnisblatt:
- ein Situationsbild der aktuellen Lage
- die Problemstellungen, die sich aus den eigenen Angaben ergeben, mit den eigenen Aussagen als Beleg
- Hypothesen zu möglichen Zusammenhängen zwischen diesen Problemstellungen
- weiterführende Fragen, die festhalten, was als Nächstes zu klären ist
Begonnene Assessments bleiben gespeichert. Wer ein Thema nach einigen Monaten erneut durchläuft, kann den eigenen Projektstand mit dem früheren vergleichen. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigt die Assessments-Seite der Shift/CX.
Was man mit dem Ergebnis machen kann
Ein Ergebnisblatt allein bringt ein Vorhaben noch nicht weiter. Deshalb lässt es sich von Anfang an mit zwei Funktionen der Plattform verbinden. Man kann es als Dokument in eine Collection übernehmen und dort mit Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen Team besprechen, kommentieren und um weitere Inhalte ergänzen (wie Collections funktionieren, haben wir im Frühjahr beschrieben). Und man kann mit den weiterführenden Fragen in den KI-Assistenten einsteigen, der aus den Inhalten der jeweiligen Plattform antwortet und seine Quellen nennt (wie der Assistent arbeitet).
Damit greifen zum ersten Mal mehrere Bausteine ineinander, die wir bisher einzeln entwickelt haben: die Standortbestimmung, der gemeinsame Arbeitsraum und der Zugang zum Wissen aus unseren Veranstaltungen.
Bewusst ohne Empfehlungen
Ein Assessment bewertet nichts, vergibt keine Reifegrad-Punkte und empfiehlt keine Maßnahmen, Werkzeuge oder Anbieter. Wer im Dialog fragt, was zu tun sei, findet diese Frage als offene Untersuchungsfrage im Ergebnis wieder. Das ist eine bewusste Entscheidung, die wir auch in unserer neu gefassten Mission festgehalten haben. Eine Empfehlung, die eine Organisation nur aus einem Dialog kennt, wäre schnell zu glatt.
Was die Assessments leisten sollen, ist die eigene Lage zu sortieren und die Fragen zu schärfen, die man im Team, mit Peers oder mit einer Beratung weiter klären will. Wer das lieber in einer festen Gruppe tut, findet dafür im Bench Learning ein eigenes Format.
Was noch fehlt
Die Themenauswahl ist je Plattform unterschiedlich weit und wächst laufend. Geplant ist außerdem, zu den Ergebnissen künftig Hinweise auf passende Inhalte sowie Expertinnen und Experten anzuzeigen. Das ist noch nicht verfügbar. Abläufe und Texte werden sich in den kommenden Wochen sicher noch ändern, weil wir aus den ersten Durchläufen lernen.
Danke an alle, die in den vergangenen Tagen schon ein Assessment durchlaufen haben. Wenn Ihr es ausprobiert, sagt uns gerne, was auf dem Ergebnisblatt fehlt oder wo der Dialog hakt. Genau diese Rückmeldungen brauchen wir jetzt.