Anfang Oktober hat die Shift/HR zu einem offenen Austausch über Skill Management in der Praxis eingeladen. Der Untertitel lautete: "Wo stehen wir, und was sind die nächsten Baustellen?" Eine Woche später haben wir in einer internen Runde gemerkt, wie oft uns genau diese Art von Frage begegnet, in Sessions, in Themengruppen, in Gesprächen am Rand von Konferenzen. Fachverantwortliche wollen wissen, wo andere stehen.
Eine Frage, die wir oft hören
Wer ein Transformationsvorhaben verantwortet, sucht selten nach der Theorie dazu. Die Frage lautet meistens: Wer hatte schon ein ähnliches Problem? Wie sind andere Organisationen mit einer vergleichbaren Ausgangslage vorgegangen, was haben sie berücksichtigt, und woran ist es gehakt? Darin steckt viel Erfahrungswissen, das selten in Studien steht und oft nur im Gespräch weitergegeben wird.
Klassisches Benchmarking vergleicht Kennzahlen und orientiert sich an Bestwerten. Wir meinen etwas Weicheres und, wie wir glauben, für viele Fachverantwortliche Nützlicheres: den Vergleich von Situationen, Vorgehensweisen und Erfahrungen. Benchmarking in diesem Sinn wollen wir zum Gedanken machen, der die verschiedenen Bausteine der Plattform verbindet.
Wie die Bausteine zusammenhängen könnten
Einzeln gibt es die Bausteine schon. Was fehlt, ist die Verbindung über die Frage nach vergleichbaren Fällen:
- Die Sessions unserer Konferenzen sind zu einem großen Teil Praxisberichte. In der Mediathek liegt damit ein Bestand an dokumentierter Erfahrung, der weit über einzelne Veranstaltungen hinausreicht.
- Der KI-Assistent antwortet aus diesen Inhalten und nennt seine Quellen. Damit lässt sich nachvollziehen, aus welchem Kontext eine Erfahrung stammt.
- Die Assessments helfen, die eigene Lage zu sortieren: Festgehalten werden ein Situationsbild, Problemstellungen, Hypothesen und weiterführende Fragen. Die Assessments analysieren, Maßnahmen, Werkzeuge oder Anbieter empfehlen sie nicht.
- Im Bench Learning vergleichen Organisationen mit ähnlichen Vorhaben ihre Vorgehensweisen in einer festen Gruppe, wie wir es im Sommer angelegt haben.
Verbunden hieße das: Wer im Assessment die eigene Lage beschrieben hat, findet Hinweise auf Inhalte und Erfahrungen aus Organisationen, die vor ähnlichen Fragen standen, und kann sie mit dem Assistenten vertiefen oder in einer Gruppe besprechen. Wir haben auf der Assessment-Seite ausdrücklich geschrieben, dass solche Hinweise geplant und noch nicht verfügbar sind. So ist es auch gemeint. Das ist eine Richtung, keine fertige Funktion.
Der Gedanke passt zu dem, was wir mit dem Wissenskreislauf beschrieben haben, und zur Mission, die wir vor zwei Wochen neu gefasst haben. Benchmarking ist dort die Antwort auf die Frage, was die fünf Bereiche für den Einzelnen im Alltag verbindet.
Was dafür noch fehlt
Vergleichbarkeit braucht Kontext. Eine Erfahrung aus einem Konzern mit zehn Ländergesellschaften hilft einem Mittelständler nur bedingt, und ein Projekt in der Pilotphase lässt sich schlecht mit einem im Rollout vergleichen. Dieser Kontext muss erfasst, geordnet und auffindbar sein. Wie wichtig die Ordnung des Wissens gerade wird, hat unser Team bei der Shift/Work am Beispiel von Wissensmanagement für KI beschrieben. Für unsere eigene Plattform stehen wir dabei noch am Anfang.
Dazu kommt Vertraulichkeit. Wer seine Situation schildert, muss sicher sein, dass sie nicht ungefragt bei anderen landet. Und Erfahrungswissen altert: Was vor drei Jahren funktioniert hat, kann heute in die falsche Richtung führen. Ob Fachverantwortliche den Vergleich mit anderen am Ende tatsächlich als Gewinn erleben, wissen wir noch nicht. Seit wir 2024 festgestellt haben, dass eine Mediathek allein nicht reicht, sind wir ein gutes Stück weitergekommen. An dieser Stelle lernen wir noch.
Wer eigene Erfahrungen teilen möchte, findet dafür in den Themengruppen den richtigen Ort, und wer die Assessments ausprobiert, hilft uns mit einer Rückmeldung, ob der Vergleich mit anderen dort weiterhelfen würde.