Morgen findet die Experience Orchestration Konferenz der Shift/CX statt. Was dort besprochen wird, fließt nach der Aufbereitung in den Wissensbestand der Plattform ein, und aus diesem Bestand antwortet seit Anfang Oktober auch unser KI-Assistent. In unserer neu gefassten Mission haben wir ihn nur kurz erwähnt. Hier erklären wir, wie er arbeitet und wo seine Grenzen liegen.
Antworten aus dem, was auf der Plattform liegt
Man stellt dem Assistenten eine Frage in eigenen Worten und bekommt eine zusammengefasste Antwort. Die stammt aus den Inhalten der jeweiligen Plattform: aus Fachbeiträgen, aus den aufbereiteten Aufzeichnungen und Dokumentationen unserer Veranstaltungen und aus kuratierten Inhalten. Auf der Shift/HR antwortet er aus dem HR-Bestand, auf der Shift/CX aus dem CX-Bestand, auf der Shift/Work aus dem, was dort zu Arbeit und Organisation zusammengekommen ist.
Zu den Aussagen einer Antwort nennt der Assistent die Quellen, auf die er sich stützt. Uns ist das wichtiger als jede elegante Formulierung. Wer eine Aussage prüfen oder vertiefen will, kann im Beitrag oder in der Session nachlesen, aus der sie stammt. Das Prinzip, Antworten aus einem festgelegten Bestand abzuleiten, statt frei zu formulieren, wird in der Forschung seit einigen Jahren beschrieben (Lewis u. a., 2020). Für uns war es von Anfang an die Voraussetzung.
Warum das etwas anderes ist als eine allgemeine KI
Allgemeine KI-Dienste wissen viel über das, was öffentlich im Netz steht. Was in unseren Sessions besprochen wird, steht dort meistens nicht. Wenn in einer Konferenz jemand berichtet, was im eigenen Projekt nicht funktioniert hat und was das Team beim zweiten Anlauf anders gemacht hat, dann ist das Praxiswissen, das in keinem Handbuch steht. Solche Berichte sammeln wir seit 2006 mit unseren Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe. Der Assistent ist deshalb kein allgemeiner Chatbot, er ist ein Zugang zu diesem Bestand im Dialog.
Möglich wird das erst durch Vorarbeit, über die wir hier schon geschrieben haben. Unsere Sessions bereiten wir seit dem vergangenen Jahr weitgehend automatisiert und redaktionell geprüft auf (siehe „Vom gesprochenen Wort zum Wissen: so bereiten wir Sessions auf“). Und weil alle Themenwelten auf derselben Grundlage stehen (siehe „Ein Code, fünf Plattformen: wie wir Themenwelten aufsetzen“), konnten wir den Assistenten gleich für mehrere Plattformen bauen. Die Idee hatten wir schon im Sommer 2024, als wir gemerkt haben, dass eine Mediathek allein nicht reicht. Gut zwei Jahre später ist daraus eine erste Version geworden.
Wo man ihn findet
Der Assistent ist an drei Stellen in die Plattform eingebunden:
- auf dem Dashboard als Suchfeld, in das man eine Frage statt eines Suchbegriffs eingibt
- in den gespeicherten Verläufen, sodass sich ein Thema später wieder aufnehmen lässt
- in den eigenen Collections, wo man zu den gesammelten Ressourcen Rückfragen stellen kann
Besonders die dritte Stelle ist uns wichtig. Wer Material zu einem Vorhaben sammelt, will damit weiterarbeiten. Ob der Assistent dabei wirklich hilft, sehen wir erst, wenn mehr Menschen ihn in ihren Collections nutzen.
Was er nicht kann
Der Assistent ist eine erste Beta-Version. Antworten können Fehler enthalten, und wir bitten darum, wichtige Aussagen anhand der genannten Quellen selbst zu prüfen. Er kennt nur, was auf der Plattform liegt. Zu Fragen, die in unseren Veranstaltungen selten vorkamen, fällt die Antwort dünner aus. Und er berät nicht. Er kann zusammenführen, was andere zu einer Frage berichtet haben, die Entscheidung für das eigene Vorhaben nimmt er niemandem ab.
Wir lernen gerade selbst, welche Fragen gut funktionieren und wo er danebenliegt. Wenn Euch eine Antwort merkwürdig vorkommt, sagt es uns, das hilft mehr als jede interne Testrunde. Danke an alle, die ihn in den ersten Wochen ausprobiert und uns geschrieben haben.